Pilzgeschichten

 

Das größte Lebewesen der Welt

Der Hallimasch ist das größte Lebewesen der Welt. Im National Forest in Oregon/USA wurde durch genetische Untersuchungen und Wachstumstests festgestellt, dass ein Hallimasch-Individium sich über ein Gebiet von 9 km2 erstreckte und auf ein Gewicht von 600 Tonnen geschätzt wurde.

 

Literatur/Quellen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Hallimasche

[2] http://scinexx.de/wissen-aktuell-15203-

     2012-10-09.html

[3] Die wunderbare Welt der Pilze TV-Film WDR 2005

Magic Mushrooms

Die ältesten Drogen der Menschheit waren Pilze mit halluzinogener Wirkung. Sie wurden von den frühen Kulturen für religiöse oder rituelle Zwecke genommen. Diese Pilze enthalten psychoaktive Gifte wie Psilocin oder Psylocybin. Derartige Giftpilze kommen auch in unserer Gegend vor, zu ihnen gehören Arten der Gattungen Psilocybe und Conocybe. Der Fliegenpilz (Amanita muscaria) hat ebenfalls Rauschwirkungen, die hauptsächlich auf dem Gift Ibotensäure beruhen.

 

Literatur/Quellen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Psilocybinhaltige_Pilze

[2] http://www.druginfopool.de/rauschmittel/

     zauberpilze.html

[3] http://www.druginfopool.de/rauschmittel/

     fliegenpilz.html

[4] Spektrum.de vom 16.8.2017

[5] Spektrum.de vom 12.6.2017

Mörder-Pilze

Der Pilz Ophiocordyceps unilateralis im brasilianischen Urwald befällt mittels Sporen Ameisen und wächst dann in deren Kopf. Willenlos wandern dann die Ameisen zu einer „pilzfreundlichen“ Wachstumsstelle [1,2].

Die Kernkeulen (zu denen auch der Chinesische Raupenpilz gehört) befallen Raupen oder Puppen von Schmetterlingen oder anderen Insekten und wachsen im lebenden Organismus bis zu deren Ende.

Der Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans befällt Feuersalamander, wodurch diese wegen der verhinderten Hautatmung in wenigen Tagen sterben [3,4].

 

Literatur/Quellen:

[1] Spiegel online 03.03.2011

[2] http://www.focus.de/wissen/natur/neue-arten-

     parasitaere-pilze-mit-zombie-effekt_aid_604940.html

[3] http://www.welt.de/wissenschaft/article147318092/

     Toedlicher-Pilz-rafft-Deutschlands-Salamander-

     dahin.html vom 7.10.2015

[4] http://www.welt.de/wissenschaft/article156529240/Ein-

     unheimlicher-Pilz-laesst-Feuersalamander-ersticken.html

     vom 27.6.2016

Chinesischer Raupenpilz

Der Chinesische Raupenpilz (Cordyceps sinensis) ist im Himalaya beheimatet. Er wächst auf den Höhenlagen von 3000 m bis 5000 m. Die Raupe eines Nachtfalters, der Fledermausmotte (Hepialus armoricans), ist für den Raupenpilz das Nahrungsreservoir. Der Pilz wurde seit jeher in der traditionellen chinesischen Medizin als Heilmittel, Tonikum und vor allem als Aphrodisiakum benutzt. Gesucht wird der Pilz von den Einheimischen im Frühjahr und zu hohen Preisen bis zu 24 €/g (zum Vergleich: Gold kostete im März 2016 ca. 36 €/g) gehandelt. Auch Europa hat der Pilz als Vitalmittel erreicht, wie man leicht durch Internetangebote ersehen kann.

 

Literatur/Quellen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesischer_Raupenpilz

[2] GEO 07/2009, S.36-42

[3] http://www.123pilze.de/DreamHC/Download/

     Raupenpilz.htm

Pilze als Arbeiter

Pilze sind bei der Bier- und Weinherstellung als Hefepilze unentbehrlich, indem sie Kohlehydrate in Alkohol umwandeln. Für die Herstellung von  Bioethanol als Kraftstoff bzw. Kraftstoffzusatz ist ein weiteres Anwendungsgebiet entstanden. Auch beim Backen sind Hefen wegen der CO2-Produktion nötig, und auch bei der Milchverarbeitung sind Pilze im Einsatz.

Bei der Restleerung von Erdöllagerstätten gibt es verschiedene Ansätze, um die meist verbleibenden 30% zu fördern. Eine Untersuchung setzt auf ein Gel, das durch den Pilz Spaltblättling (Schizophyllum commune) produziert wird. Dieses Gel Schizophyllan soll als Zusatz im Wasser mehr Öl binden und förderfähig machen [1].

 

Literatur/Quellen:

[1] C.Seidler: Rohstoffförderung mit Pilzen Ölfirma setzt

     auf Magic Mushrooms, Spiegel online vom 12.9.2012

Pilze als Recyclingexperten

Da Pilze keine Photosynthese betreiben können, gewinnen sie ihre Energie aus dem Verspeisen organischen Materials. So sind sie einer der Hauptakteure beim Recyceln von totem Material in der Natur und erhalten dadurch den Wald lebensfähig. Fast ausschließlich sind Pilze in der Lage, Lignin (verholzten Zellwänden von Pflanzen) und Zellulose aufzuspalten und zu verwerten [1].

Geforscht wird auch an einem Pilz Pestalopsis microspora aus dem Amazonas-Regenwald. Er soll die Fähigkeit der Zersetzung des Kunststoffs Polyurethan besitzen [2]

 

Literatur/Quellen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Pilze

[2] https://www.spektrum.de vom 3.2.2012

Intelligenter Schleimpilz?

Schleimpilze sind nervenlose einzellige Wesen. Sie können aber Fressbares in ihrer Umgebung wahrnehmen und sich kriechend darauf zu bewegen. Sie überziehen dabei mit der schleimigen Gesamtmasse die „Fundstelle“. Durch Experimente wurde herausgefunden, dass die Schleimpilze dabei „planvoll“ navigieren.

 

Literatur/Quellen:

[1] http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/

     316274.html] vom 8.10.2012

[2] http://scinexx.de/wissen-aktuell-15203-

     2012-10-09.html

Leuchtende Pilze

Von den über 100.000 untersuchten Pilzarten wurden 71 gefunden, die biolumineszent sind. In unseren Gegenden ist diese Erscheinung am weitverbreiteten Hallimasch zu beobachten. Man kann es an mit Myzel durchwachsenen Holzstücken sehen, die nachts grünlich leuchten.

 

Literatur/Quellen:

[1] http://www.spektrumdirekt.de/artikel/1009897

     vom 5.10.2009

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Foxfire_(Biolumineszenz)

[3] Zeitonline 19.3.2015;

      http://www.zeit.de/wissen/umwelt/201503/

      biolumineszenz-leuchtende-pilze-pflanzen

Haareis

Haareis besteht aus feinsten Eisnadeln auf der Oberfläche von nassen Totholzästchen bei Temperaturen wenig unter dem Gefrierpunkt und hoher Luftfeuchtigkeit. Verursacht wird die Bildung der Eisfäden durch das Myzel winteraktiver Pilze, die  beim Stoffwechsel Gase produzieren, wodurch in den Porengängen des Holzes Wasser an die Oberfläche gedrückt wird. Dort gefriert es sofort. 

 

Literatur/Quellen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Haareis

[2] Spektrum.de vom 22.7.2015

Pilz-Fossil

Versteinerter Pilz im Museum für Ur- u. Frühgeschichte Thüringens

 

Fossilien von Pilzen zeigen an, dass sie schon in der Frühgeschichte der Entwicklung des Lebens auf der Erde aufgetreten sind. Als bisher ältestes Pilz-Fossil gilt ein 115 Mio. Jahre alter Fund [3]. Ein uralter Pilz Schizophyllum sp. wuchs aus 20 Mio. a alten Sporen, die im Meeresboden überdauerten [4]. Vielleicht gab es noch viel ältere Pilze. Fädige im Gestein gefundene Strukturen könnten als Pilzstrukturen gedeutet werden [5].  

 

Literatur/Quellen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Pilze#Fossilien

[2] Mini-Fossilien: Älteste Pilze der Welt entdeckt;

     Spiegel  online 8.1.2005

[3] Spiegel online 13.6.2017

[4] spektrum.de vom 3.2.2012

[5] spektrum.de vom 27.4.2017